Der Text des Liedes 99 Luftballons von NENA kommt mir derzeit öfters in den Sinn, besonders die Textzeile „…und dass sowas von sowas kommt“. Aus etwas Ungefährlichem wird wegen des Bewerten der Lage, einer konditionierten Sichtweise, etwas Gefährliches. Aus etwas, das unbedarft und fröhlich begonnen hat, etwas Lebensbedrohendes. Was also, wenn wir etwas „falsch“ bewerten, beurteilen? Zu werten, zu bewerten, abzuschätzen, zu beurteilen, ist von früh an in uns konditioniert. „Gefahreneinschätzung“ nimmt im Gehirn ihren Anfang. Dieses warnt dann mit vielen Botenstoffen unseren Körper und „läutet“ zum Angriff, zur Flucht oder zum Verstecken. Es gibt im Alltag häufig Situationen in denen ein Werten , ein Be-werten wie,  „ist die Milch noch gut oder schon sauer“,  „passen diese Socken zu meinen Schuhen“, „ist diese Idee für mich stimmig oder für mein Lebensziel nicht so wichtig“ für uns persönlich sinnvoll ist. Was nun, wenn wir das Werten, also unsere Werte, unser Wertesystem, auf andere Menschen anwenden?  Wird dann aus einem Werte-ab-gleich, dem Be-werten nicht häufig ein Ab-werten? Was geschieht dann mit unserer Neugierde und unserer Offenheit? Geht es uns dann so wie in „Die Geschichte mit dem Hammer“ von Paul Watzlawick in seinem Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“? Setzen wir über dies die Handlung eines Menschen mit dem Menschen an sich gleich, sehen die Hintergründe und Zusammenhänge nicht mehr und stecken ihn dann womöglich in eine „Schublade“? Wie machen wir aus dem Schatten, der sich da an der Wand abzeichnet nicht gleich ein Monster? Wie üben wir weniger zu werten, zu be-werten, zu be-urteilen, zu urteilen? Hängt unsere Sichtweise doch mit unserer Konditionierung, unserer Erfahrung und unserer bis dato erlernten und gelebten „Gefahreneinschätzung“ zusammen. Wie also erhalten wir uns Neugierde und Offenheit? Diese sind die Grundlagen für unsere Lebenslust und Lebensfreude. Zudem wichtige Eigenschaften, um Konflikte lösen zu können, Kompromisse zu finden und Kooperationen zu bilden – um erst gar nicht einen Konflikt entstehen zu lassen. Denn wenn ich neugierig und offen bin, lasse ich das Werten, das Bewerten und Abwerten erst einmal sein. Ich höre zu, mache mir ein Bild, forsche und denke selbst nach. Wenn ich Demut, Geduld und Güte in mir trage, mein Wesen die LIEBE ist, dann weiß ich um mich, um meinen Wert und den Wert meines Gegenübers mit seiner Meinung, seiner Ansicht, auch und gerade, wenn diese different ist zu meiner Wirklichkeit. Welch eine Erweiterung meines Sichtfeldes, meines Raums so stattfinden kann. Welchen Weg dann jeder einzelne von uns weitergeht, wie jeder sein Leben gestaltet, denkt und fühlt, dass entscheidet jeder für sich! Und wie WERTVOLL ist ein Leben in Freiheit, Freude und Liebe, gemeinsam, miteinander. Danke Danke Danke für die Inspiration zu diesem Text an @violetta.hoffmann.com